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Univ. Prof. Dr. Heinz Ludwig

Vorstand der 1. Medizinischen Abteilung
Zentrum für Onkologie und Hämatologie, Wilhelminenspital, Wien

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Was sind Lymphome?
Warnzeichen, Symptome und Beschwerden bei Lymphomen

Unter Lymphomen versteht man verschiedene bösartige Tumore, die sich aus Zellen des lymphatischen Systems entwickeln. Prinzipiell wird zwischen so genannten Non-Hodgkin-Lymphomen und dem Morbus Hodgkin unterschieden. Eines der wichtigen Merkmale des Morbus Hodgkin ist seine zweigipfelige Altersinzidenz, wobei die höchste Inzidenz bei jungen Personen im Alter zwischen 15 und 35 Jahren zu finden ist. Im höheren Lebensalter wird ein zweiter Inzidenzgipfel beobachtet. Dies steht im Gegensatz zu den Non-Hodgkin-Lymphomen, die mit zunehmendem Lebensalter häufiger werden.

Die Ursachen für das Auftreten dieser Krebserkrankungen des Lymphsystems sind noch ungenügend aufgeklärt. Allerdings begünstigen bestimmte Kanzerogene, wie ionisierende Strahlung, Chemikalien, Insektizide, Holzkonservierungsmittel und Benzol das Auftreten von Non-Hodgkin-Lymphomen. Noch häufiger als diese Kanzerogene dürften chronische Infektionen für das Entstehen von Lymphomen verantwortlich sein. So können bestimmte Magenbakterien (Helicobacter pylori) zum Auftreten von MALT-Lymphomen führen. Diese sind im frühen Stadium durch eine antibiotische Therapie wieder rückbildungsfähig. Epstein-Barr Viren führen zu aggressiven Lymphomen, insbesondere bei Patienten mit AIDS, dürften aber auch für die Entstehung anderer Lymphdrüsenkarzinome, wie z.B. dem Morbus Hodgkin, mitverantwortlich sein.

Heute werden die Lymphome in verschiedene Sub-Typen eingeteilt, wobei neben der histologischen Beurteilung immunologische und genetische Untersuchungen zunehmend Bedeutung erlangt haben. Damit lassen sich die einzelnen Erkrankungsformen in mehr als 30 verschiedene Untertypen kategorisieren. Bei den Non-Hodgkin-Lymphomen lassen sich prinzipiell noch so genannte indolente, also wenig aggressive, und aggressive Lymphome differenzieren. Darüber hinaus kann man Lymphome, die sich aus B-Lymphozyten entwickeln, von den aus T-Zellen entstehenden Lymphdrüsenkrebsen unterscheiden.

Zu den wichtigsten Symptomen gehört häufig eine Lymphdrüsenschwellung, bevorzugt im Bereich der Halslymphdrüsen, aber auch der Achsel- oder Leistengegend und eine Reihe von klinischen Symptomen. Oft steht Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Leistungsschwäche im Vordergrund. Eine erhöhte Infektionsanfälligkeit findet sich bei bestimmten Lymphomen, und Fieberschübe, insbesondere nächtliche Schweißausbrüche können auf die Diagnose hinweisen. Bei einem Teil der Patienten kommt es zu Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust. Dies ist meist ein prognostisch ungünstiges Zeichen. Bei bestimmten Lymphomen, wie z.B. beim Morbus Hodgkin kann es zu quälendem Juckreiz kommen, bei dieser Lymphomart kommt es in seltenen Fällen nach Alkoholgenuss zum Auftreten von Schmerzen in befallenen Lymphdrüsenregionen.

Für die Diagnostik ist neben einer genauen Erhebung der Krankengeschichte und einer sorgfältigen klinischen Untersuchung, vor allem die Untersuchung des vergrößerten Lymphknotens bzw. von Blut- und Knochenmarkslymphozyten notwendig. Hier gilt es vor allem andere Ursachen einer Lymphknotenschwellung, wie z. B. Infektionen, Infiltration der Lymphknoten durch Tumorzellen anderer Krebserkrankungen, sowie immunologische Erkrankungen auszuschließen. Neben der Gewebsuntersuchung kommen bildgebende Diagnoseverfahren, wie Ultraschall, Computertomographie und Positronen¬emissions¬tomographie häufig zum Einsatz. Insgesamt hat sich in den letzten Jahren die Diagnostik wesentlich weiterentwickelt, sodass mit Hilfe moderner Methoden eine sichere Differenzierung der verschiedenen Subtypen möglich geworden ist.