Behandlung mit ArsenTriOxid (Trisenox)

Behandlung mit ArsenTriOxid (Trisenox)

Ein Erfahrungsbericht von Karl-Otto Stroppel, November 2004, Uni-Klinik Ulm


Zur Therapie

Der erste Zyklus wird in Form einer „Loading dose“ von ArsenTriOxid (Trisenox) intravenöse von Tag eins bis fünf verabreicht und sollte daher stationär durchgeführt werden. Ausserdem können evtl. Nebenwirkungen rechtzeitig erkannt und entsprechend behandelt werden. Die weiteren Zyklen können bei guter Toleranz auch ambulant durchgeführt werden.

Als wichtige Nebenwirkungen können auftreten

 

  • Fieber
  • Lungeninfiltrate (Lungenentzündung, durch was auch immer z.B. Viren, Bakterien, Pilze))
  • Pleura- Perikardergüsse (sog. APL-Differenzierungssyndrom) (Pleura: Brustfell, untere Abgrenzung ist das Zwerchfell. Die Pleurapulmonalis hüllt die Lunge ein, also eine Haut oder Blase).(Perikarder; Herzbeutel) Also ein Flüssikeitserguss in Brustfell und Herzbeutel oder dazwischen.

Diesen oben genannten Nebenwirkungen kann durch die Gabe von Sterodiden (Kortison, hier Fortecortin bzw. Dexamethason) entgegen gewirkt werden. QT-Verlängerung mit der Gefahr von Torsades des pointes.

Abschnitt auf dem EKG (< 460 ms), wobei der QT-Gesamtkammerkomplex die erste Spitze bis zur Beruhigung des nachfolgenden Wertes darstellt. Die Gesamtzeitraum der elektrischen Systole kann bis zu 0,7 s dauern, wobei der QT-Wert nur den Wert vom ersten Anstieg der Kammeranfangsgruppe über die Zwischenstrecke(ST-Strecke) bis zur Endschwankung (T-Welle) darstellt.

 

Häufige Nebenwirkungen sind

  • Elektrolytstörungen (Hyperkaliämie)
  • Neutro- und Thrombopenie (Mangel an Granulozyten, Thrombozyten)
  • Hyperglykämie (vermehrter Gehalt im Serum an Glukose, Zucker)
  • Anstieg des ALT
  • selten Nieren und Leberfunktionsstörungen
  • manchmal Parästhesien und Knochenschmerzen

Vor Einleitung der Therapie ist ein EKG aufzuzeichnen, anschließend sollten während der Therapie zweimal wöchentlich EKG-Kontrollen mit Bestimmung der QTc-Zeit (<460 ms) erfolgen. Einer eventuellen Elektrolytstörung sollte vor Therapiebeginn entgegengewirkt werden.

  • Kaliumwert > 4,0
  • Magnesium > 0,8 einstellen.

Therapie-Protokoll

erster Zyklus, erste Woche Tag 1 -5 :

  • Trisenox (ATO) 0,25 mg/kg Körpergewicht
  • Vitamin C 1000 mg im Abstand von 15 min nach Trisenox
  • Dexamethason 40 mg morgens postprandial

erster Zyklus, Woche zwei und drei erfolgt Montag und Donnerstag (Erhaltungsdosis):

  • Trisenox (ATO) 0,25 mg/kg Körpergewicht
  • Vitamin C 1000 mg im Abstand von 15 min nach Trisenox
  • Dexamethason 20 mg morgens postprandial

Woche vier: Pause

Danach erfolgt der zweite Zyklus wie erster Zyklus Woche zwei und drei (Erhaltungstherapie).

Es können insgesamt sechs Zyklen verabreicht werden, wobei ein Zyklus (ausser dem Ersten) zwei Wochen dauert. Nach dem vierten Zyklus sollte eine Bewertung (Evaluierung) der Therapie durchgeführt werden und nach dem Ergebnis entschieden werden ob die zwei restlichen Zyklen noch notwendig bzw. sinnvoll sind.