Behandlung mit Velcade (1.Zyklus)

Therapie 1.Velcade-Zyklus

Erfahrungsbericht von Karl-Heinz Krüger


1.Velcade-Zyklus, Spritze 1 bis 4 Bortezomib

Am Dienstag, den 30.08.05, habe ich die 1.Spritze Bortezomib (2,3 mg; unverdünnt 2,3 ml) erhalten, anschließend wurde mit 250 ml Salzlösung, in der 5 mg Navoban enthalten sind, gespült. Nach 45 Minuten war alles erledigt und ich wurde wieder nach Hause gefahren (Taxi). Mein behandelnder Oberarzt hat mich eindringlich auf die notwendige Flüssigkeitszufuhr von bis zu drei Liter pro Tag hingewiesen.

Der rapide Abbau der entarteten Plasmazellen durch Bortezomib führe zu einer Extrem-Belastung der Nieren. Ich halte mich daran und trinke täglich zwei ltr Tee, 0,75 ltr Mineralwasser benötige ich außerdem für die drei Aciclovir-200-Tabletten gegen Herpes. Morgens und nachmittags trinke ich noch jeweils eine große Tasse Milchkaffee.

Tagsüber sowie an den darauf folgenden drei Tagen habe ich keinerlei Wirkung bzw. Nebenwirkungen verspürt, mir ging es richtig gut.


Am Freitag, den 02.09.05, bekam ich die 2.Spritze. Am Sonnabend bin ich mit Knochenschmerzen, vor allem im Schulterbereich, aufgewacht. Um die Mittagszeit bekam ich Kopfschmerzen und kurz darauf einen Schwächeanfall. Der Blutdruck war mit 120 zu 60 für mich normal, der Puls von 85 allerdings nicht. Mir taten alle Knochen weh. Ich musste mich hinlegen, nach zwei Stunden fühlte ich mich besser. Als ich gegen 22 Uhr schlafen ging, war ich noch immer wacklig auf den Beinen. Im Schlafzimmer war es mir zu warm (25°C), die Außentemperatur betrug 16°C. Ich habe zum Lüften die Fenster geöffnet. Als ich die von draußen einströmende „kalte“ Luft an meinen Füßen spürte, bekam ich von einer Sekunde auf die andere Schüttelfrost. Mit letzter Kraft schloss ich die Fenster. Im Bett dauerte der Schüttelfrost noch eine halbe Stunde. Als ich nachts auf die Toilette musste, war ich durchschwitz, hatte erhöhte Temperatur, kein Fieber.

Am Sonntagmorgen hatte ich wieder Knochenschmerzen, am stärksten in den Hüft-gelenken. Vom Sonntag zum Montag hatte ich Nachtschweiß, musste mich zweimal umziehen und in ein anderes Bett wechseln. Am Morgen wachte ich durchschwitzt auf.

Was ich nicht wusste, mein HB-Wert lag schon am Freitag unter 6,0; darin sah mein behandelnder Arzt die Ursache der Probleme.


Als ich am Dienstag, den 06.09.2005, zur 3.Spritze in die Fachpraxis kam wurde festgelegt, dass ich das nächste Mal einen Tag früher zur 4.Spritze und Bluttransfusion (Erythrozyten-Konzentrationen) kommen soll, d.h. statt Freitag schon am Donnerstag, den 08.09.2005.

Am Mittwoch habe ich keinen Schritt gemacht, denn es ging mir nicht gut.


Am Donnerstag, den 08.09.2005, bekam ich erst zwei Blutkonserven, danach die 4. und letzte Spritze des 1.Zyklus, diesmal ohne das Antibrechmittel Navoban.

Wegen der von Navoban verursachten Verstopfungen, wollte ich wissen, ob es auch ohne Navoban geht. Mein Arzt befürwortete dies. Anschließend wurde wieder mit 250 ml Kochsalzlösung gespült.

Am Freitag, den 09.09.2005, ging es mir sehr schlecht.

Das Bett habe ich nicht verlassen, ich hatte keinerlei Appetit.

Ich musste mich zwingen aufzustehen um zu trinken.

Mit Unterbrechungen, schlief ich dann bis zum nächsten Morgen.

Am Sonnabendfrüh konnte ich wieder frühstücken.

Erst nach dem Mittagessen (Hühnerbrühe mit Nudeln) bin ich wieder zu Kräften gekommen. Von da an ging es mir besser.

Eines steht für mich fest: „Ich lasse mir keine Spritze mehr vorzeitig geben!“

Der Vier-Tage-Rhythmus ist notwendig, damit der Körper sich zwischenzeitlich wieder erholt. Nun kann ich mich erst einmal eine Woche lang erholen.

Am 20.09.2005 beginnt der 2.Velcade-Zyklus.