Erfahrungsbericht eines Langzeittherapierten

Erfahrungsbericht eines Langzeittherapierten

Erfahrungsbericht von Karl-Heinz Krüger


Einleitung

Mein Name ist Karl-Heinz Krüger, lebe in Potsdam und bin 4 Wochen nach meinen 50. Geburtstag, Pfingsten 1988, erkrankt.

Mit 40°C Fieber ging ich zum Arzt, wurde krankgeschrieben und mit einem Antibiotikum ins Bett geschickt. Bei Labor-Untersuchungen des Urin war der Eiweißgehalt auffällig. Von Mitte Mai bis Mitte Oktober war ich 3 mal krankgeschrieben und habe Antibiotika geschluckt. Der Eiweißgehalt im Urin stieg von Mal zu Mal. Im Juli 1988 traten Schmerzen in der linken Schulter auf. Das war sehr belastend. Ich konnte nicht mehr durchschlafen, sobald ich mich auf die linke Seite im Schlaf drehte, wachte ich von den Schmerzen auf. Die behandelnde Ärztin überwies mich Mitte Oktober zu einem Urologen. Das war mein Glück.

Zahlreiche Labor-Untersuchungen brachten das Ergebnis: „Urologisch ohne Befund, mit ihrem Blut stimmt was nicht“. Ich wurde Mitte Januar 1999 zur Inneren Abteilung des St.-Hedwig-Krankenhaus in Berlin-Mitte überwiesen. Aus den Labor-Befunden ergab sich ein Verdacht; eine ambulant durchgeführte Biopsie erbrachte dann die Diagnose „Plasmozytom, Stadium III A“.

Mit „Plasmozytom“ habe ich nicht viel anfangen können, mich hat nur der Satz „An Arbeit denken Sie nun mal nicht mehr!“ beschäftigt.


Chronologie

Hauptdiagnose: Multiples Myelom vom IgG-Typ

  • Jan/1989: Erstdiagnose
    Stadium III A nach Durie und Salmon
  • 25.01.89-12.12.91: VCMP-Protokoll Vinchristin, Cyclophosphamid, Mephalan, Prednisolon (25 Zyklen)
  • 27.01.92-08.02.05: Alexanian-Protokoll: Melphalan, Prednisolon (98 Zyklen)
  • 07/99: Implantation eines zentral-venösen Portsystems
  • 08.02.05: Serologische Progredienz
  • 15.02.05: Knochenmarkzytologische Progredienz
  • 14.03.05-14.07.05: Dexamethason-Monotherapie (5 Zyklen)

Nebendiagnosen

  • Herpes simplex-Virusinfektion oral(04.2004) und infragluteal (08.2005)
  • Diabetes mellitus Typ 2b-Insulinpflichtig
  • Zustand nach Thrombose der Vena axillaris rechts (07.1999)
  • Alluporinol-Allergie

Am 12.08.05 erfolgt eine Ganz-Körper-Skelett-CT und eine Biopsie mit folgenden Ergebnissen:

  1. CT: Ausgeprägte, z.T. fleckförmige Oseopenie. Im Bereich der BWS fleckförmige Osteopenie im gesamten Bereich. Im Bereich der LWS insbesondere bei L2-4 zunehmende rundliche Veränderungen im WK …,insbesondere L4 und L3 frakturgefährdet.
  2. Knochenmarkbefund: Normal zellhaltiger Mark mit lockerer Plasmazellinfiltration, die etwa 20% der kernhaltigen Zellen ausmacht. Speichereisen erheblich vermehrt, Eisenverwertungsstörung Grad 2. Keine Progredienz im Vergleich zum Vorbefund.

Im Ergebnis der Untersuchungen wird eine Bestrahlung und nach 128 Chemotherapien in 17 Jahren soll ein neuer Therapieversuch mit Velcade (Bortezomib) am 30.August begin-nen. Die 20 vorgesehenen Bestrahlungen der LWS wird erst einmal verschoben.