Archive for April, 2005


Arnold Dullnig bei Myelom Hilfe Österreich

04/19/2005 9:12:00 AM

Liebe Mitpatienten, Angehörige und Interessierte,

ab heute gehört auch Arnold DULLNIG aus Rennweg in Kärnten zu unserem Team und
steht als Ansprechpartner zur Verfügung.

Arnold hat, wie die meisten unseres Teams, mehrere VADs, zweifache HD mit autologer SZTund Bestrahlungen hinter sich. Seit Ende 2001 befindet er sich in kplt. Remission.

An eigenen Erfahrungen kann er viel an Mitpatienten weitergeben.

Arnold, wir freuen uns für Deine Bereitschaft zu dieser freiwilligen, ehrenamtlichen
und unentgeltlichen – aber für Mitpatienten so w i c h t i g e n Tätigkeit und heißen Dich

ganz herzlich willkommen! Mit dem Wunsch, dass Du die nächsten 40 Jahre in

dieser kplt. Remission bleibst dankt Dir die Obfrau

Elke Weichenberger

Telefon und e-Mail sind auf unserer Seite unter KONTAKTE zu sehen.


10th International Multiple Myeloma Workshop

04/15/2005 3:03:00 PM

Univ. Prof. Dr. Johannes Drach

Medizinische Universität Wien
Univ. Klinik für Innere Medizin I, Klinische Abteilung für Onkologie
Programmdirektor für Multiples Myelom und maligne Lymphome

Mehr Informationen…

Bericht vom “10th International Multiple Myeloma Workshop”
(Sydney, 10. – 14. April 2005)

Ein Schwerpunkt des Kongresses “10th International Multiple Myeloma Workshop” waren weitere Erfahrungen betreffend der Behandlung mit den sog. “neuen” Substanzen.

1. Thalidomid in der Erstlinienbehandlung des Multiplen Myeloms

Sowohl die Turiner Arbeitsgruppe als auch die französische Studiengruppe IFM berichteten über die Ergebnisse mit Thalidomid (T) in der Kombination mit der Standardtherapie Melphalan/Prednison (MP). T + MP ist dabei gegenüber MP signifikant besser betreffend der Remissionsraten und des Progressions-freien Überlebens. In der IFM-Studie war die Rate an kompletten Remissionen und sehr guten partiellen Remissionen sogar vergleichbar mit der Hochdosis-Melphalantherapie (MEL 100) + autologer Stammzelltransplantation. Wesentlich ist allerdings die hohe Rate an venösen Thrombembolien bei der Behandlung mit T + MP, sodass eine Thromboseprophylaxe unbedingt anzuraten ist.

Diese Ergebnisse stimmen sehr gut mit den Daten überein, welche kürzlich beim ASH-Meeting (Dezember 2004) berichtet wurden: T plus Dexamethason wurde als vielversprechende Erstlinientherapie präsentiert (auch hier waren die Thrombosen eine relevante Nebenwirkung), indem es eine Alternative zur Chemotherapie (z. B. VAD) darstellt; auch die Möglichkeit der Stammzellgewinnung wird durch T nicht negativ beeinflusst.

2. Lenalidomid

Lenalidomid (auch als CC-5013 bekannt, Handelsname Revlimid?) stellt eine Weiterentwicklung von Thalidomid dar, mit dem Ziel, die Effektivität noch zu verbessern und gleichzeitig die Nebenwirkungen (vor allem Müdigkeit und Polyneuropathie) zu reduzieren. Bei Patienten mit rezidiviertem bzw. Chemotherapie-refraktärem Myelom wurden Studienergebnisse präsentiert, welche diese Zielsetzung bestätigen: Im Vergleich zu Dexamethason liessen sich mit Lenalidomid signifikant mehr Remissionen erzielen, ebenso ist die Zeit bis zur Progression unter Lenalidomid verlängert. Das Nebenwirkunsspektrum ist tatsächlich günstiger als bei Thalidomid, es wurden lediglich vermehrt Blutbildveränderungen (vor allem Leukopenien) beobachtet. Aufgrund dieses Vorteils für Lenalidomid wurde die Studie vorzeitig beendet; diese Ergebnisse bilden die Basis für die Zulassungs-Einreichung bei der amerikanischen Behörde FDA. Dies ist ein wichtiger Schritt dafür, dass die Substanz – hoffentlich auch in Europa – bald verfügbar sein wird.

3. Bortezomib (Velcade®)

Die Rolle von Bortezomib in der Behandlung des rezidivierten und Chemotherapie-refraktären Myeloms ist mittlerweile gut etabliert. Aktuell wird die Möglichkeit der Kombinationstherapie sowie der Einsatz von Bortezomib als frühe Therapieoption intensiv untersucht. Kombinationstherapien mit Dexamethason zeigen insbesondere als Erstlinientherapie hohe Remissionsraten; am eindrucksvollsten ist dabei die Kombination von Bortezomib mit Adriamycin und Dexamethason, wodurch ein Ansprechen bei mehr als 90% der Patienten erreicht werden konnte. Vielversprechend sind auch erste Berichte über die Wirksamkeit von Bortezomib bei Patienten, welche anhand der bisherigen Erfahrungen als prognostisch besonders ungünstig einzuschätzen waren; d. h., durch den gänzlich anderen Wirkungsmechanismus von Bortezomib im Vergleich zu chemotherapeutischen Substanzen können dadurch die Resistenzen möglicherweise überwunden werden.

Ausblick

Insgesamt zeichnet sich derzeit ein Paradigmenwechsel in der Behandlung des Multiplen Myeloms ab: Es geht vielmehr um die Krankheitskontrolle unter Einbindung der neuen Substanzen als um die „maximale“ Therapie mittels herkömmlicher Chemotherapien. Die aktuelle Herausforderung besteht somit darin, beide Therapieformen in idealer Weise zu kombinieren, so dass bei möglichst geringem Nebenwirkungsprofil eine optimale Kontrolle der Krankheitsaktivität gelingt. Damit lässt sich auch der größte Nutzen in Hinblick auf die Erhaltung der Lebensqualität erzielen.