Archive for Februar, 2009


Lenalidomid (Revlimid ®)

02/10/2009 10:42:00 AM

Lenalidomid (Revlimid ®) – Wissenswertes für Patient/Innen und ihre Angehörigen

Myeloma Euronet – das Europäische Netzwerk von Myelom-Patientengruppen – hat eine neue Broschüre zu Lenalidomid (Revlimid ®) – “Wissenswertes für Patient/Innen und ihre Angehörigen” herausgegeben .

An der Bereitstellung des Manuskripts und der Begutachtung dieser Broschüre waren in Österreich Herr Prim. Univ. Prof. Dr. Heinz Ludwig – 1. Med. Abteilung, Zentrum für Onkologie und Hämatologie, Wilhelminenspital Wien, sowie unsere Obfrau Elke Weichenberger und stv. Obfrau Elfi Jirsa beteiligt.

In dieser Broschüre erhalten Sie wichtige Hinweise zu Wirkungsweise, Nebenwirkungen, Schwangerschafts-Verhütungsvorschriften während der Behandlung mit Lenalidomid, sowie Aufbewahrungshinweise.

  • Broschüre zu Lenalidomid (Revlimid ®)
    PDF-Dokument, ~400 KB

Grüner Tee kann die Wirkung von Bortezomib (Velcade®) blockieren

02/10/2009 10:40:00 AM

Univ. Prof. Dr. Johannes Drach

Medizinische Universität Wien
Univ. Klinik für Innere Medizin I, Klinische Abteilung für Onkologie
Programmdirektor für Multiples Myelom und maligne Lymphome

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Inhaltsstoffe von „Grünem Tee“ können die Wirkung von Bortezomib (Velcade®) blockieren

Inhaltsstoffe von „Grünem Tee“ könnten eine Wirkung gegen Krebszellen besitzen, weshalb verschiedene Wirkstoffe derzeit auf diese Effekte untersucht werden. Ein jüngster Bericht mahnt allerdings zur Vorsicht vor dem unkritischen Gebrauch, insbesondere in Zusammenhang mit speziellen anderen Medikamenten. Eine wissenschaftliche Untersuchung aus Los Angeles hatte zum Ziel, Inhaltsstoffe von „Grünem Tee“ auf ihre Anti-Tumorwirkung bei Myelom-Tumorzellinien zu prüfen. Dabei zeigte sich zur Überraschung der Wissenschaftler, dass bestimmte Polyphenole aus Grünem Tee die Wirkung von Bortezomib auf die Tumorzellen neutralisierten: Dies zeigte sich dadurch, dass der durch Bortezomib üblicherweise eingeleitete Zelltod bei den Krebszellen bei gleichzeitiger Gabe eines Polyphenols nicht auftrat. Weiterführende Untersuchungen zeigten, dass Bortezomib seine Wirkung am Proteasom nicht entfalten kann: Die inhibierende Wirkung von Bortezomib am Proteasom wurde durch die Polyphenole aufgehoben.

Die Autoren schliessen daraus, dass während einer Behandlung mit Bortezomib keine Einnahme von Grünem Tee erfolgen sollte (Golden EB et al., Blood 2009, 6. Februar).

Diese Untersuchung beruht natürlich auf Laborexperimenten, welche mit speziellen Myelom-Zellinien durchgeführt wurden. Es ist – wie immer – unmöglich festzustellen, inwieweit sich Laborergebnisse direkt auf den Menschen umlegen lassen. Dennoch sind diese Ergebnisse ernst zu nehmen, denn eine Blockade von Bortezomib am Proteasom unterbindet den grundsätzlichen Wirkungsmechanismus dieses Medikaments. Im übrigen ergänzen sich diese Beobachtungen mit anderen Befunden, dass zwischen „natürlichen“ Stoffen und Krebsmedikamenten unerwartete Wechselwirkungen auftreten können. Dies betrifft Johanniskrautpräparate in Zusammenhang mit diversen Chemotherapeutika (Wirkungsabschwächung) ebenso wie hochdosiertes Vitamin-C in Zusammenhang mit Bortezomib (ebenfalls Wirkungsabschwächung). In diese „Liste“ der zu meidenden Präparate sollte nun ebenfalls Grüner Tee aufgenommen werden.