Archive for Januar, 2016


STREAM – Online Coaching bietet Unterstützung für Krebspatienten

01/19/2016 12:59:00 PM

Seit rund einem Jahr haben Krebspatienten die Möglichkeit, mit einem psychoonkologischen Coachingprogramm  über das Internet Hilfe zu  erhalten. Das webbasierte Onlineprogramm STREAM (http://www.stress-aktiv-mindern.ch) stösst bereits auf grosses Interesse.

Die Diagnose Krebs ist für die Betroffenen häufig ein schwerer Schock. Vieles ist nicht mehr so, wie es gerade noch war. Ängste, Verzweiflung und depressive Symptome können häufige Begleiterscheinungen sein bei einer neu diagnostizierten Krebserkrankung. Häufig führt dies zu unerwünschten Nebenwirkungen und schmälert damit den Erfolg der Behandlung. Das online Unterstützungsprogramm STREAM soll Betroffenen im Umgang mit Belastungen helfen.  Das Programm stösst bereits auf grosse Zustimmung bei den Nutzern. „Die Beteiligung am Programm hat mir in vielen Aspekten einen Halt und vor allem immer wieder Sicherheit und Bestätigungen vermittelt – die Gewissheit nicht alleine mit der Belastung umgehen zu müssen ist schon sehr hilfreich“, so die Stimme eines Patienten.

Studie überprüft Wirksamkeit
Das Onlineprogramm wurde am Universitätsspital Basel in Zusammenarbeit mit den Universitäten Basel und Bern ausgearbeitet. Eine Studie soll klären, ob das Programm für neu diagnostizierte Krebspatienten eine Unterstützung im Umgang mit ihrer Erkrankung bietet. Unterstützt wird die Studie vom Schweizerischen Nationalfonds und der Krebsforschung Schweiz. Teilnehmen an der Studie  können Patienten aus dem gesamten deutschen Sprachraum, die erstmalig an einer Krebserkrankung leiden, minimale Computer- und Internetkenntnisse haben und mindestens 18 Jahre alt sind. Zudem sollte der Beginn einer möglichen Behandlung (Chemo, Radio, Hormon u.a.) nicht länger als 12  Wochen zurückliegen. Die Teilnehmer werden über E-Mail von Psychologen aus dem Studienteam begleitet.

Onlinetherapien immer beliebter
Das Internet bietet für viele Krebspatienten eine wichtige Plattform. So zeigen Studien, dass 71% der Krebspatienten das Internet nutzen, um sich über ihre Krankheit zu informieren. Die dabei am häufigsten benutzte Website ist die des behandelnden Spitals (70%). Doch nicht nur als Informationsquelle dient das Internet kranken Menschen, es gewinnt auch zusehends an Bedeutung für Online-Interventionen. Wie verschiedene Studien bereits belegen, erzielen Onlinetherapien bei gewissen psychischen Störungen eine gute Wirksamkeit. In der Psychoonkologie sind Onlinetherapien bislang aber kaum anzutreffen.

Einen Einblick ins Programm erhalten Sie mit einem Video unter www.stress-aktiv-mindern.ch


Buchtipp: Pension – Lust oder Frust

01/14/2016 6:22:00 PM

Vielleicht wünschen Sie sich jetzt, stärker, kräftiger oder gesünder zu sein. Das mag schon stimmen, denn vermutlich gehören Sie nicht zu der großen Gruppe der Österreicher, die so früh als möglich in Pension gehen wollen. Die Früh-Pensionierung war wohl nicht Ihr Lebenstraum, vielleicht ganz im Gegenteil wurden Sie aus gesundheitlichen Gründen dazu gezwungen. Trotzdem haben Sie eine freie Wahl: Ihre Situation zu bedauern oder neu durchzustarten. Sie können die Aufgabe, die Sie sich in Zukunft mit Ihren Talenten stellen werden, in ihrem Ausmaß und in ihrer Intensität selbst bestimmen. Es gibt eine Fülle von Untersuchungen, die besagen, dass ein Mensch gesünder ist und länger lebt, wenn er eine herausfordernde Aufgabe gefunden hat. Man wird also nicht dadurch älter, dass man sich in der Hängematte schont, sondern dadurch, dass man eine befriedigende Herausforderung gefunden hat. Jede Frau und jeder Mann haben ein Potpourri an Chancen zur Verfügung, die er und sie nützen können, wenn der Wille dazu da ist.

Lust oder Frust in Ihrer Pension? Die Antwort gibt nicht ein Orakel oder eine Lotterie, sondern nur Sie selbst. Von Ihnen hängt es ab, ob Sie die Zeit, die Sie noch vor sich haben, in Ihren Augen als gelungen betrachten – oder nicht. Es ist Ihre Entscheidung. Dieses Buch  will Ihnen Argumente vermitteln, damit Sie Ihre bisherigen Überlegungen prüfen und Ihre Entscheidung fundiert treffen können. Es geht um nichts anderes als um Ihr Leben. Die Frage lautet in jedem Fall: „Was fange ich mit der verbleibenden Lebenszeit an?“

Wenn jemand gefragt wird, welche Lebensphasen es gibt, kommen in der Regel folgende drei als Antwort: 1. Ausbildung, 2. Beruf, 3. Ruhestand. Diese Einteilung hat zur Zeit unserer Großeltern gestimmt, ist aber heute falsch. Dank der demographischen Entwicklung, die mit sich bringt, dass unsere durchschnittliche Lebenserwartung alle 3,6 Jahre dank des medizinischen Fortschritts um ein Jahr steigt, haben wir heute eine völlig neue Situation und damit vier Lebensphasen:

  1. Zeit der Ausbildung: lernen und sich für das Leben vorbereiten
  2. Zeit der Berufstätigkeit: mit dem was man gelernt hat, etwas zu leisten und den Lebensunterhalt zu verdienen
  3. Zeit der Freitätigkeit: ohne Zwang das zu tun, wozu man seine Fähigkeiten spürt und was man nützen will. Die Ernte einbringen.
  4. Zeit des Ruhestandes: die wachsende Abhängigkeit zu spüren.

Wer dieses neue Bild und vor allem die Chancen der dritten Lebensphase – der Freitätigkeit – nützen will, beginnt am besten mit dem Sammeln von Ideen, was man gut kann und gerne tut. Mit anderen Worten heißt dies, die eigenen Potenziale zu sammeln und vielleicht auch übersichtlich darzustellen. Anschließend kann man sich fragen, welche Träume im Leben nicht realisierbar waren. Das kann in der Ausbildungszeit gewesen  sein, dass vielleicht die Eltern eine bestimmte Fachrichtung empfohlen haben, weil man dabei mehr verdienen könne. Selber hätte man aber gerne etwas anderes tun wollen. Aber jetzt, in dieser neuen Lebensphase, besteht die Chance, diese Träume oder zumindest Aspekte davon aufzuspüren, zu nützen und etwas Eigenes damit anzufangen. Das sind wohl die zwei wichtigsten Quellen, wenn man auf die Suche nach befriedigenden Herausforderungen geht. In dieser Phase sind Partner, Freunde, Berater und Experten sehr hilfreich, um die eigenen Talente besser zu erkennen.

 

Das Buch “Pension – Lust oder Frust?” ist keine Theorien-Sammlung und auch kein dicker Wälzer, der dann am Nachtkästchen verstauben könnte, sondern besteht aus 80 Seiten, lustvoll und leicht lesbar, die trotzdem eine Anleitung für Ihre Zukunftsplanung sein können. Glücklicherweise hat ein Architekt in Pension sein Talent zur spitzen Feder entdeckt und Cartoons zu einigen Kapiteln beigestellt hat, die manchmal aussagekräftiger als die verbalen Texte sind.

 

Leopold Stieger

PENSION – LUST ODER FRUST?

Mit Cartoons von Kristian Philipp

80 Seiten, Format 12,5 x 19,5 cm

ISBN 978-3-85167-292-3

€ 9.90


ELGA – Die elektronische Gesundheitsakte im Fokus

01/14/2016 6:14:00 PM

Am 9. Dezember hat die schrittweise Einführung der elektronische Gesundheitsakte ELGA begonnen. Vorerst startet sie nur in den öffentlichen Spitälern in der Steiermark und in Wien. Die anderen Bundesländer und auch die niedergelassenen Ärzte werden folgen und bis Ende 2017 soll ELGA dann voll ausgebaut sein.

Die elektronische Gesundheitsakte soll sowohl den Patienten als auch allen behandelnden und beratenden Institutionen einen einfachen Zugang zu Gesundheitsdaten wie Entlassungsbriefen, Laborbefunden oder Medikationen bringen. Das Ziel sind ein besserer Informationsfluss zwischen den Gesundheitsanbietern und das Wegfallen von Mehrfachbefunden.

Wer hat Zugriff?

Der Zugriff erfolgt für Ärzte, Spitäler, Pflegeeinrichtungen und Apotheken über die E-Card. Behörden, Versicherungen oder Betriebsärzte haben keinen Zugriff auf die Daten. Die Patienten können ihre eigenen Befunde und ihre Medikamentenübersicht hingegen über das ELGA-Gesundheitsportal abrufen. Hier kann bei Bedarf auch die ELGA-Teilnahme widerrufen werden.

Datensicherheit

Während die Arge Daten das technische Konzept der Gesundheitsakte kritisiert und Sicherheitsmängel befürchtet, betonen die ELGA-Betreiber, dass beim Abruf höchste Sicherheitsstandards angewendet werden.

Kritik durch Ärzte

Auch der Ärztekammerpräsident findet Kritikpunkte. Falls die neue Datenbank nur einen zunehmenden Verwaltungsaufwand bedeute, könne er sich vorstellen, dass die Ärzte sich „wehren“ werden. Auch der Österreichische Hausärzteverband sieht Verbesserungsbedarf. So kritisiert dieser etwa, dass Patienten einzelne Befunde ausblenden können und viele Befunde generell nicht für die elektronische Gesundheitsakte vorgesehen sind.

Format.at hat die Antworten auf die wichtigsten Fragen zur ELGA. Für weitere Informationen gibt es außerdem eine ELGA-Serviceline unter der Telefonnummer 050 124 4411. Sie ist Montag bis Freitag von 7.00 bis 19.00 Uhr erreichbar.