21. Dezember, 2004

Johanna Schick-Stankewitz, die Mitgründerin der Arbeitsgemeinschaft Plasmozytom / Multiples Myelom Selbsthilfegruppen (APMM) und Gründerin der Plasmozytom / Multiples Myelom Selbsthilfegruppe Karlsruhe, ist am 19. Dezember 2004 im Alter von 53 Jahren, im 10. Jahr nach der Erstdiagnose, an den Folgen ihrer schweren Erkrankung in Karlsruhe verstorben.

Am 17. Dezember 1998 organisierte Johanna Schick-Stankewitz das APMM Gründungstreffen in ihrer Karlsruher Wohnung. Seit Gründung setzte sie sich unermüdlich für die APMM ein. 1999 wurde sie zur APMM Sprecherin gewählt. In 2001 gründete sie die Selbsthilfe Plasmozytom / Multiples Myelom Karlsruhe (SPMK).

Das Netz der Plasmozytom / Multiples Myelom Selbsthilfegruppen und Ansprechpartner ist im deutschsprachigen Raum sehr eng geknüpft – Johanna hat sich mit großem Ideenreichtum stets dafür eingesetzt, dass der Kreis der Helfer sich noch erweiterte.

Ihr war kein Weg zu steinig, wenn es galt, zu kämpfen. So hat sie sich im Laufe der Jahre nach ihrer Erkrankung so viel Wissen über das Plasmozytom angeeignet, dass sie mit der Krankheit auf Du und Du leben und dank diesem umfangreichen Wissen unzähligen anderen Betroffenen über den Schock der Erstdiagnose hinweg helfen konnte.

Johanna fehlt uns allen sehr – nicht nur im Rahmen der wichtigen Selbsthilfearbeit, die sie trotz Krankheit und Therapien mit großem Enthusiasmus und persönlichem Engagement als APMM Sprecherin und 1. Vorsitzende der Karlsruher Gruppe durchgeführt hat, sondern auch als ein umsichtiger Mensch, der in jeder Lebenssituation zuhören und hoffnungsvolle Worte finden konnte. Sie war ein Mensch, der sich von Ängsten und Schmerzen nicht überwältigen ließ, und bis zum Ende Lebenswillen, Optimismus und gute Laune ausstrahlte.

Sie war aber darüber hinaus ein künstlerisch begnadeter Mensch.
Ihre Gedichte, Bilder und Plastiken sind Zeugnisse ihrer Auseinandersetzung mit der Krankheit. Mal kritisch, mal sarkastisch, mal verblüffend vor lauter Lebensfreude, den beunruhigenden Prognosen zum Trotz…

Es wird nicht einfach sein, das so umfassende Werk, das sie uns überlässt, annähernd so gut weiterzuführen, wie sie es getan hat, aber wir haben von ihr sehr viel gelernt und werden uns in ihrem Sinne einsetzen, damit weiterhin hilfesuchenden Betroffenen und Angehörigen die lähmende Angst genommen und Hoffnung gegeben werden kann, dass die Krankheit nicht alles überschattet. Sie lebt in jedem der Menschen weiter, die sie mit ihrem hohen Maß an menschlicher und fachlicher Kompetenz geduldig und liebevoll beraten hat und dem sie auf ihre wunderbare Art zeigen konnte, dass die Krankheit die Lebensfreude letztlich nicht auslöschen kann.

Wir trauern um sie.
Sie war uns ein sehr wichtiger, geschätzter Gesprächspartner sowie eine wertvolle, unersetzliche Freundin. Ein bewundernswerter Mensch, der uns allen sehr viel gegeben hat und den wir als großes Vorbild in ehrenvoller Erinnerung behalten werden.

Johanna, wir danken dir!